„… Als Student des Theologischen Instituts in Hermannstadt fuhr ich am Nachmittag des 28. Dezember 1957 zu einem theologischen Praktikum nach Maldorf, in der Nähe von Elisabethstadt. … Als ich aus der Kirche herauskam und über den großen Platz zum Pfarrhaus ging, verhaftete mich ein Securitateoffizier in der Gegenwart des Dorfpolizisten. Er legte mir Handschellen an. Ich war damals 23 Jahre alt. …”
Der Schwarze-Kirche-Prozess von 1957/1958 ist eine der schweren Prüfungen, die der Evangelischen Kirche A. B. Kronstadt und anderen Mitgliedern der deutschen Minderheit Rumäniens im 20. Jahrhundert auferlegt wurden. Unschuldige wurden zu Höchststrafen verurteilt. Die Traumata des stalinistischen Schauprozesses, der später umgewandelten Todesurteile und der erschütternden Kerkerhaft wirken bis in die Gegenwart nach.
Gerhard Gross, eines der noch jugendlichen Opfer des Prozesses, hat seine Erinnerungen jetzt in Buchform veröffentlicht. Roberto Marcacci, der Herausgeber des Bandes, hat der Kirchengemeinde am 11. Februar 2026 persönlich ein Exemplar für ihre Bibliothek überbracht.
Die Kirchengemeinde dankt Gerhard Gross für seinen berührenden Erlebnisbericht und dafür, dass er in Erinnerung ruft, dass Glauben und Gemeinschaft in den schwersten Stunden des Lebens Halt bieten. Sie dankt auch Herrn Marcacci für die besondere Mühe, die er sich mit der Herausgabe des autobiographischen Berichts von Gerhard Gross gemacht hat.
Bibliographische Angaben:
Gerhard Gross: Angekettet. Der Schwarze-Kirche-Prozess. Im Selbstverlag herausgegeben und mit einem Vorwort versehen von Roberto Marcacci, 193 Seiten, 8 Ill., Schönenbach (Schweiz), 2025, ISBN 9783565164981
Im Foto: Roberto Marcacci (li.), der Herausgeber von „Angekettet. Der Schwarze-Kirche-Prozess.” und Frank-Thomas Ziegler (re.), Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche A. B. Kronstadt. Fotografin: Ágnes Ziegler