von Richard Sterner
SCHWARZE KIRCHE
Westvorhalle Schwarze Kirche
Der alte Verkaufstand wurde abgerissen, nachdem alle bürokratischen Hürden behoben wurden (Denkmalamt, Polizei, neue Sicherheitsprojekt erstellt usw.). Dieser Rückbau hat weitere Probleme ins Rampenlicht gerückt: Der Dielenboden des Turmstübchens ist heterogen und die hinter dem Kassen-Einbau an den Wänden zutage getretenen Grabsteine sind teils durch Feuchtigkeit beschädigt. Während des Winters werden diese Grabsteine nun konserviert. Darüber hinaus wollen wir nach Möglichkeit die Ziegel-Zementmauer an der Innenwand des Turms zurückbauen. Eine neue Form der Präsentation müsste für die Grabsteine gefunden werden.

Die Rückwand des alten Kassenhäuschens ist bereits abgebaut, sodass man in das Innere blicken kann; inzwischen ist auch dies verschwunden und der Durchgang zwischen südlichem Turmstübchen und Vorhalle ist frei. Foto: Frank-Thomas Ziegler
Gerüst an der Fassade
Wie in den Lebensräumen Nr. 55, S. 23-24 in Aussicht gestellt, hat die Gemeinde zwischenzeitlich ein Baugerüst erworben. Nach dessen Aufbau werden von dort aus die Fassaden untersucht. Anschließend wird der Umfang der anfallenden Bauarbeiten geschätzt, und schließlich werden die Restaurierungsarbeiten durchgeführt. Arbeitsplanerisch besteht langfristig die Absicht, die Restaurierungsarbeiten an einem Segment zu beginnen und parallel dazu immer neue Segmente zu untersuchen. Architekten und Restauratoren, v. a. Steinmetze werden zusammenarbeiten müssen. Unterstützung erhalten wir von Bauhütten aus Mittel- und Westeuropa.
Durch die mit der Kölner Dombauhütte geknüpften Beziehungen und die erfolgte Jahreskonferenz der europäischen Dombau- und Hüttenmeister wurde unser Vorhaben bereits europaweit bekannt. Wir korrespondieren gegenwärtig mit mehreren Experten von unterschiedlichen europäischen Bauhütten. Demnächst werden wir weitere Hütten besichtigen und hoffen, dass wir lokal eine Gruppe von Fachleuten beschäftigen und anstellen können, damit wir eine selbst koordinierte, kontinuierliche Arbeit für die kommenden Jahrzehnte vorbereiten. Bisher hatten wir diese Art von Arbeiten an externe Restaurierungsfirmen vergeben, was mithin nicht die besten Resultate erbracht hat.
Rauchmeldeanlage
Im kommenden Jahr soll die Rauchmeldeanlage in der Schwarzen Kirche eingebaut werden.
PURZENGASSE NR. 53
Nach den drei Jahren, während derer Probleme und Lösungen für die Sanierung des Gebäudes analysiert haben, und den zwei weiteren Jahren, die für den Erwerb der Baugenehmigung nötig waren, werden nun die Bauarbeiten beginnen. Dies ist ein reines Wirtschaftsprojekt. Die Fassade wurde während der letzten beiden Jahre saniert. Dafür wurden auch Mittel des Bürgermeisteramtes verwendet. In fertiggestelltem Zustand wird das Gebäude im Erdgeschoss über drei Geschäftslokale und im ersten und zweiten Stock über insgesamt zwölf Wohnungen verfügen.
KIRCHHOFPROJEKT
Nachdem die Finanzierung über Drittmittel in Zusammenarbeit mit dem Bürgermeisteramt Kronstadt gesichert werden konnte, arbeiten wir nun konkret an der Ausschreibung des Projektes. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich im Winter beginnen. Wir hoffen, dass die Bauarbeiten nicht durch zusätzliche Komplikationen wie z. B. extensive archäologische Ausgrabungen hinausgezögert werden, da bereits 2012-2013 eine vollständige archäologische Untersuchung stattgefunden hat. Bei planmäßiger Durchführung sollte die komplette Baustelle in zwei Jahren abgeschlossen sein. Die Baustelle wird voraussichtlich den Betrieb der Schwarzen Kirche, des Geschenkeladens und des Cafés vorübergehend beeinträchtigen.

HONTERUS-STATUE
Das auf dem Honterus-Hof stehende Denkmal wurde 1898 von dem Berliner Bildhauer Harro Magnussen aus Spenden errichtet. Der darunter befindliche Granitquader mit den beiden Bronzereliefs wurde gemeinsam mit der Bronzestatue auch aus Berlin geliefert. Der untere Zementsockel mit Sitzbank war ein Geschenk des Kronstädter Zementfabrikanten Kugler. Während des Sommers wurde der gesamte Sockel saniert. Ausgewaschene Fugen wurden abgedichtet, um sie gegen das Regenwasser zu schützen; ausgebrochene Fragmente wurden wieder befestigt und Oberflächen, die von Rostflecken entstellt waren, wurden mit dem Microsandstrahler gereinigt. Ziel der behutsamen Restaurierung ist es, die alte Patina am Sockel zu erhalten.
INNERSTÄDTISCHER FRIEDHOF
Die Kapelle wurde während dieses Jahres vollständig restauriert. Jetzt wird noch die Eingangstür eingesetzt. Für das kommende Jahr planen wir die Arbeiten an den Wänden der Gruften fortzusetzen. Da dies sehr große Flächen sind, hoffen wir, auch freiwillige Mitarbeiter aus Deutschland einzubinden und die Arbeiten in den kommenden Jahren etappenweise abzuschließen. Der Betonputz an den Säulen und die undichten Dächer haben in den letzten 40-50 Jahren sehr viel Schaden verursacht. Auch wenn alles fertig sein wird, muss jährlich regelmäßig geprüft und repariert werden, um die gerettete Bausubstanz zu erhalten. Das ganze Areal ist denkmalgeschützt.
RESTITUTIONEN
Die Bukarester Restitutionskommission hat die Rückerstattungsanträge bezüglich der ehemaligen Mädchenschule, der dazugehörigen Direktorenwohnung und des Doppelkindergartens positiv bewertet. Nun steht das eigentliche Gerichtsverfahren an. Nach fast einem Jahrhundert seit der Enteignung könnte die Gemeinde ihre Immobilien möglicherweise wieder übernehmen.
FORTBILDUNGSREISE ZUM THEMA STEIN
Die Pflege von historischen Steinfassaden ist ein gesondertes Fachgebiet. Mitarbeiter des Pfarramts und verpflichtete Fachleute haben auf einer kurzen Dienstreise in den Kreis Klausenburg eine Fülle an Kenntnissen auf diesem Gebiet gesammelt: Zuerst zu Firmen in Gilău und Viștea, die im Bereich der Steinbearbeitung tätig sind. Anschließend ging es zum Austausch mit den Verantwortungsträgern der Restaurierungsbaustelle an die Michaelskirche in Klausenburg. Das erworbenen Kenntnisse werden nach Fall in unsere eigenen Restaurierungskonzepte einfließen.