von Frank-Thomas Ziegler
„präsent“ – Kennen Sie das Zauberwort? Nun, in einer Außenwelt, die zunehmend in unsere Privatsphäre vordringt – physisch, emotional und digital – ist es das Beste für unsere Kinder, wenn wir präsent sind; aber nicht bloß physisch, sondern auch geistig! Ganz ohne Handy. Einfach ganz weglegen und genießen.
Lesen Sie Ihrem Kind etwas vor, rücken Sie in ein gemeinsames Abenteuer aus und exerzieren Sie dabei, wie man kleine und große Herausforderungen lustvoll mit Güte und Klugheit angeht! Zeigen Sie ihm, dass es jenseits der irdischen Materie etwas Größeres gibt. Erzählen Sie ihm von Jesus und dem lieben Gott. Seine Kindheit ist unsere Zeit-für-das-Kind, unsere Kind-Zeit. Auch Pfarrer Claudiu Riemer fordert in seiner Adventsandacht: „Der Mensch vor mir zählt.“
Wir glauben an eine Kinder- und Jugendarbeit, die keinen zusätzlichen Leistungsdruck erzeugt, davon gibt es da draußen mehr als genug. Die jungen Teilnehmer sollen erleben, dass sie nicht immer und überall an ihrer Leistung gemessen werden, sondern um ihrer selbst willen geliebt werden.
Wie gestalten wir Kinder- und Jugendarbeit konkret? Ganz einfach: mit einer Extraportion Liebe, mit Aufrichtigkeit, Humor und – einem Plan, der auf die Frage antwortet: Welche Angebote benötigen Kinder, um im Glauben zu wachsen?
Das Fundament für diesen Plan hat unser Presbyterium am 23. Juni 2021 formell gelegt. Damals hat es die sogenannten „Grundlagen für ein Kontinuitätskonzept“ beschlossen: Pfarrer, Gemeindepädagoginnen, Musiker usw. wurden ausdrücklich beauftragt, „eine alters- und bereichsübergreifende Gruppenkontinuität aufzubauen“. Dadurch hat es eine klare Vorgabe gemacht: Für jede Altersgruppe sollen altersgerechte Angebote in kohärenter Abstimmung geschaffen werden.
In der Praxis mehrerer Jahre haben sich bestimmte pädagogische Methoden und Lehrinhalte etabliert: Die Heranwachsenden nähern sich der Heiligen Schrift vornehmlich im Gedankenaustausch mit den Gruppenleitern und darüber hinaus miteinander spielend, singend und bastelnd. Ihre Glaubens- und Gemeinschaftserfahrungen drücken sie mittels Musik oder in allegorischen Bildern aus, die als Zeichnungen, Bastelarbeiten u. ä. zur Sichtbarkeit gelangen.
Während des Kirchenjahres bieten dann die großen und größeren Feste immer wieder die Gelegenheit, zu beobachten, welche Erlebnisse und Erfahrungen die unterschiedlichen Altersgruppen aus ihren Gruppenaktivitäten mitbringen. Franziska Riemer und Gabriela Schlandt geben uns in ihrem Heftbeitrag „Wie sich alles fügt“ anhand des Erntedankfestes beispielhaft Einblick in die Art und Weise, wie sich die einzelnen Altersgruppen auf das Fest individuell vorbereiten, um dann im Rahmen des Festereignisses als harmonische Gemeinschaft zusammenzuwirken.